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Berlins meistempfohlene Kliniken

Die Methodik der Referentenauswahl und Ärztebefragung

Der Hauptzweck des Kongresses 
besteht darin, in möglichst zeiteffektiver Weise Krankenhaus-Chefärzte und klinikeinweisende niedergelassenen Ärzte in Kontakt zu bringen. Während die Kriterien der Referentenauswahl bei vielen Medizin- und Gesundheitskongressen oft unklar bleiben oder die Auswahl von sachfremden Kriterien zumindest mitbestimmt wird, macht der Ärztekreis transparent deutlich, worauf die Auswahl der Eingeladenen basiert: nämlich auf den Ergebnissen der von Tagesspiegel und Gesundheitsstadt Berlin regelmäßig durchgeführten Ärztebefragungen. An diesen Umfragen nehmen tausende niedergelassene Ärzte Berlins teil. Die Beteiligungsquote liegt bei über 30 Prozent, das ist bundesweit ein außergewöhnlich hoher Wert, der eine hohe Belastbarkeit der Ergebnisse sicherstellt.  Der Ärztekreis soll den niedergelassenen Ärztinnen und Ärzten Berlins, die also mit einer hohen Wahrscheinlichkeit an der Umfrage teilgenommen haben, die Möglichkeit bieten, die von der Mehrheit ihrer Kolleginnen und Kollegen empfohlenen Kliniken kennenzulernen und zu erfahren, warum sie so ein hohes Renommee besitzen. Das Programm des Ärztekreises ist so gestaltet, dass zwischen den Kurzvorträgen der Chefärztinnen und Chefärzte viel Zeit bleibt für den persönlichen Austausch.

 

Die redaktionelle Auswahl der Referentinnen und Referenten,
die in vierminütigen Kurzvorträgen die Therapie bei über 50 Krankheitsbildern vorstellen, folgt einer klaren und transparenten Logik: Eingeladen wurden Chefärztinnen und Chefärzte der meistempfohlenen Kliniken, in deren Abteilungen das jeweilige Krankheitsbild in diesem Krankenhaus am häufigsten behandelt wird. Da Chefärzte manchmal andere Behandlungsschwerpunkte haben, können sie den Kurzvortrag einem Oberarzt ihrer Abteilung, der auf die Behandlung spezialisiert ist, übergeben.
Jede Abteilung soll mit Kurzvorträgen zu maximal zwei Krankheitsbildern im Programm vertreten sein. Ist eine Fachabteilung öfter als zwei Mal die meistempfohlene, werden die Chefärzte des am zweithäufigsten oder am dritthäufigsten empfohlenen Krankenhauses eingeladen. Sind zwei Krankenhäuser gleich häufig empfohlen, wird der Chefarzt des Krankenhauses eingeladen, der die höhere Fallzahl hat.

Die Befragung der niedergelassenen Ärztinnen und Ärzte Berlins
nach den empfehlenswerten Krankenhäusern für bestimmte Erkrankungen erfolgte im Herbst 2017 und umfasste verschiedene Fachgruppen, unter anderem Allgemein- und Kinderärzte, Gynäkologen, Haut- und HNO-Ärzte, Urologen, Orthopäden, Psychiater und Chirurgen. Den Fachgruppen wurden die passenden Krankheitsbilder zugeordnet.

Für die Befragung erhielten rund 9560 Ärztinnen und Ärzte aus Berlin einen Fragebogen, in dem sie um Klinikempfehlungen für bis zu sechs Krankenhausbehandlungen gebeten wurden. Zu jeder der Indikationen konnte der Arzt beziehungsweise der Therapeut zunächst Kliniken nennen, die er seinen Patienten empfehlen würde. Dabei sollten bis zu drei Krankenhäuser je Indikation genannt werden. Darüber hinaus konnte der Arzt eine Extraempfehlung für eine Einrichtung abgeben, die er im Bedarfsfall selbst wählen oder Angehörigen anraten würde. Mit dieser Zusatzfrage wird erreicht, dass die besonders geschätzten Behandlungszentren zweimal genannt und so in der Auswertung stärker berücksichtigt werden konnten.

Es konnten diesmal unter dieser vierten Antwort auch Krankenhäuser außerhalb Berlins genannt werden. Allerdings machten die Ärzte von dieser Möglichkeit nur verschwindend selten Gebrauch, das Vertrauen in die Leistungsstärke der Berliner Krankenhauslandschaft ist offenbar ausreichend hoch.

Für die Datenaufbereitung wurden alle zu einer Indikation abgegebenen Empfehlungen – also bis zu vier – gezählt. Anschließend wurde berechnet, welcher Anteil der Gesamtsumme aller Empfehlungen auf die Klinik entfiel. Bei der Durchführung der Befragung wurde ein Verfahren angewandt, das sicherstellt, dass die Ergebnisse durch regional unterschiedlich hohe Antwortbereitschaften der Ärzte weniger beeinflussbar sind. Das Berliner Stadtgebiet wurde in Regionen – sogenannte Sampling Points – mit einer vergleichbaren Anzahl an Medizinern bestimmter Fachrichtungen eingeteilt. In der Folge wurden die eingehenden Antworten diesen Regionen zugeordnet. In Regionen mit schwachem Rücklauf wurden die angeschriebenen Ärzte, die auf die Befragung nicht reagiert hatten, per Telefon um Mitwirkung gebeten. Durch die Kombination aus schriftlicher und telefonischer Erhebung wurde eine gleichmäßige Beteiligung der Ärzte in den Regionen der Stadt erreicht.

Ziel der Befragung war ein Rücklauf von mindestens 32 Prozent pro Sampling Point für die niedergelassenen Ärzte und Fachärzte, was 2385 befragten Ärzten entspräche. Für die Befragungsgruppe der Psychiater, der Fachärzte für psychosomatische Medizin und der Psychotherapeuten wurde ein Rücklauf von mindestens 15 Prozent pro Sampling Point erwartet, was 412 Befragten entspräche. Für die meisten Fachgruppen der niedergelassenen Ärzte wurde die Zielmarke deutlich überschritten. Die niedrigste Quote lag hier bei 35,2 Prozent der Allgemeinmediziner und die höchste bei 54,9 Prozent der Urologen.

Insgesamt beteiligten sich 2547 Ärzte an der Umfrage, was einer Rücklaufquote von insgesamt 37,4 Prozent entspricht. Im Vergleich zu anderen Befragungen dieser Art ist eine Quote in dieser Größenordnung als außergewöhnlich hoch einzustufen. Die angestrebte Rücklaufquote der Befragungsgruppe der Psychiater, der Fachärzte für psychosomatische Medizin und der Psychotherapeuten lag mit 4,6 Prozent – was 125 Befragten entspricht – deutlich unter dem anvisierten Ziel. Insgesamt beteiligten sich 2672 Ärzte und Psychotherapeuten, das ist die zweithöchste Beteiligung aller sechs von Tagesspiegel und Gesundheitsstadt Berlin bisher durchgeführte Ärztebefragungen.

 

Ingo Bach
Der Tagesspiegel
Chefredakteur Gesundheitsprojekte

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